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So 11.04.21 - Ski- und Snowboardtour Gsür

Tourenziel: Ski- und Snowboardtour Gsür (2709m)

Tourendaten: 1450hm/5h

 

Teilnehmer:

  • Kusi Wittwer (chef du tour)
  • Mat Haussener
  • Küsel Füglistaller
  • Susle Allemann

 

Wusstet ihr, dass bei Kusi die Digitalisierung bereits im Jahre 2000 begann? Also in einer Zeit, in welcher das BAG ihre Faxgeräte wohl noch mit Lederriemen antrieb. Damals begann Kusi, seine jahrelang akribisch per Hand geführte Tourenchronik, genannt „blaues Büchlein“ auf den Computer zu übertragen. Ich ahne, was ihr jetzt denkt. Es sei euch aber versichert, dass das „blaue“ Büchlein keinen Zusammenhang mit Kusis Gipfelschnaps Ausschank hat. Aber wieso erzähle ich euch das alles? Tja, weil Kusi, der Fuchs, nun einfach vom Sofa aus per Suchfunktion durch seine alten Gipfeleinträge surfen kann, um den einen oder anderen Geheimtip auszupacken. So geschehen an der heutigen Clubtour. Doch mehr dazu später...


Gestartet wurde ganz und gar nicht geheim im Fildrich. Dies ist wohl so ziemlich der einzige Ort im Diemtigtal, wo sich der Schnee eigentlich noch ganz gut gehalten hat. Auf dem Parkplatz zeigt sich aber das gleiche Bild wie bei der Gruppengrösse der heutigen Clubtour. „Ziiemlich wenig Leute!“ 

Ist die Luft bei den Tourengehern etwa schon draussen? Wir wissen es nicht...


Dass das Diemtigtal durchaus auch mit technisch anspruchsvollen- und braven Touren aufwarten kann, davon konnten sich die Teilnehmer jedenfalls heute überzeugen. Es begann ganz gemütlich, hoch durch den Steibode. Der Schnee war in der Nacht hart geworden und es blies ein kühles Windlein. Nach der ersten Pause zog das Gelände massiv an und wurde bis zum Ausstieg ins Rügge Tälti immer steiler. Die Spur war aber gut und die Teilnehmer locker. Harscheisen waren heute tabu! Hoch zum Landvogtehorn wurde es nun wieder etwas flacher und bald erreichten wir den Grat, wo wir rechts abbogen in Richtung Gsür, welches einsam, als letzter Gipfel der Niesenkette, hoch über Adelboden thront. Kenner wissen, dass man da nicht einfach hochstiefelt. Das Gsür will erklommen werden. So hiess es bald „weg mit den Ski“ und „rein in die Steigeisen“. Denn nun ging es, teilweise leicht kletternd, den Grat hoch, bis zum Gipfelkreuz. Die Aussicht dort war herrlich und der Fön hielt den Himmel grösstenteils wolkenfrei. Einen kurzen Schluck aus der Teeflasche später machten wir uns bereits auf den Rückweg, welcher nicht minder fordernd war. Wieder bei den Skiern angelangt, ging es an die Abfahrt. Wir fanden eine einigermassen steinfreie Direktabfahrt wieder hinunter ins Rügge Tälti. Der Schnee bot verschiedenste Bedingungen, war aber grösstenteils locker und toll zu fahren. 

Nun schlug die Stunde von Kusis digitalem blauen Büchlein. Denn seine 1000 Jährigen Notizen lotsten uns an der Standardabfahrt, welche zurück in den Steibode führt, vorbei, hinunter in Richtung Färmeltal. Erst kurz vor dem Felsriegel, welcher das Rügge Tälti vom Färmeltal trennt, bogen wir scharf rechts ab und stiegen bolzengerade ein steiles Couloir hoch. Erst noch mit den Skiern, bald aber zu Fuss ging es immer höher, bis uns das Couloir an seinem oberen Ende direkt auf dem Westgipfel des Türmlihorn ausspuckte. Von da konnten wir direkt in das steile Nordcouloir einfahren. Dies aber natürlich nicht, bevor wir Kusis Schnapsgabe weggeputzt hatten. Man könnte ja behaupten, dass es sich mit einem Gläschen Intus etwas leichter in die wirklich steile Einfahrt einfahren lässt. Nun, wir werden es nie erfahren, denn auf das Schnäpschen wollte keiner verzichten und so droppten alle Teilnehmer gleichermassen „mutgetankt“  in den pulvrigen Freifall rein. 

Das Couli war toll zu fahren. Der Schnee, oben noch pulvrig, wandelte sich zunehmend in super Sulz um und war Genuss pur. Erst ganz unten im Steibode waren wir dann eine Stunde zu spät dran. Im lingen Schnee war eher Schadensbegrenzung angesagt. Die tolle Tour liessen wir im Beizli der Wiriehorn-Talstation mit einem Kaffee ausklingen. 


Merci Kusi für die tolle Tour. Das blaue Büchlein darfst du gerne noch öfters konsultieren.

Weiter geht es bereits in einer Woche, so Petrus will, am Golegghorn. 

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